Ein weiterer interessierter Baseballer ist Ricardo*. Seine Interessen sind sehr vielseitig und reichen von Sport über Musik und Backen bis hin zu technischen Fertigkeiten. Derzeit studiert er unweit des Kinderdorfes Computerwissenschaften. Wie viele andere Dominikaner nutzt er die digitale Infrastruktur des Landes. Rund die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zum Internet. Eine Vorreiterrolle hofft das Land allerdings in einem anderen Wirtschaftszweig einzunehmen.

Problematiken in der Dominikanischen Republik

Das Urlaubsland im Atlantik wird derzeit vor allem von Dieselaggregaten versorgt. Angesichts der hohen Treibstoff- und Transportkosten wäre ein Umschwenken auf erneuerbare Energien nicht nur möglich, sondern auch günstiger. Bis zum Jahr 2030 würde die Dominikanische Republik rund 25 Milliarden US-Dollar einsparen. So ist der Umstieg auf erneuerbare Energien, die selbst produziert werden nicht nur günstiger, sondern politisch von hoher Priorität. Das Land könnte sich dann zu 85 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen. Den Rest sollen vor allem Wasser- und Biomassekraftwerke liefern, die mit Bagasse betrieben werden – einem faserigen Überbleibsel bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrohr, dem wichtigsten Agrarprodukt des Landes.

Trotz Fortschritte in der Technologie hat das Land massiv unter den Auswirkungen des Massentourismus zu leiden. Die Polizei ist demnach nicht so ausgerüstet, um Einheimische als auch Touristen adäquat zu schützen. Vor allem an der Nordküste gehören Gewalt und Kriminalität zum Alltag. Zu den Opfern zählen auch immer häufiger Touristen. Ökologische Belange werden ebenso wenig berücksichtigt wie Bauvorschriften um schnellstmöglich neue Hotels zu bauen. Derartig vom Massentourismus überrollt, kommt es unter der Bevölkerung zu Spannungen. Dabei leidet die Bevölkerung ohnehin an massiver Armut, rund ein Viertel der Menschen dort sind unterernährt.

Ricardos gesundheitlicher Zustand

Solches Leiden kennt auch Ricardo aus eigener Erfahrung. Seine Eltern verließen ihn und seine vier Geschwister, die hygienischen Zustände in seinem alten Haus waren katastrophal. Als er schließlich nach „Las Palmas“ kam, litt er unter Anämie und Parasitenbefall. Durch die Hilfe der Ärzte sind keine bleibenden Schäden entstanden. Er kann heute das Leben genießen und erfreut sich guter Gesundheit.

Um seine psychische Gesundheit kümmerte sich insbesondere sein Hausvater. Die beiden haben ein sehr vertrautes Verhältnis zueinander aufgebaut – Ricardo sieht ihn als Vorbild an. Ihm ist Verantwortungsbewusstsein sehr wichtig. Aus dem sehr traurigen zurückgezogenen Jungen ist ein charmanter junger Mann geworden. Er erzielt durch sein zuverlässiges Arbeiten sehr gute Noten. Mit seinen Kommilitonen verbringt er viel zum Zeit zum Lernen.

Das Kinderdorf half ihm nicht nur eine Zukunft aufzubauen, sondern auch seine Fähigkeiten selbst entdecken und fördern zu können. Dies ist nur dank der Vielzahl an Spenden möglich.

*Namen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Kinder geändert