Panchayat in Indien: Regierungssysteme weltweit unterscheiden sich in verschiedenen Art und Weisen. Während in Deutschland die Gleichberechtigung ebenso im Grundgesetz verankert ist wie die kommunale Selbstverwaltung, gibt es auch in Indien verfassungsgeschützte Rechte.

In einzelnen Bundesstaaten wurde bereits ab den 1950er Jahren die sogenannten „Panchayats“ eingeführt. Wörtlich übersetzt steht Panchayat für Versammlung, so ist auch die Bedeutung zu verstehen. Die Panchayat-Herrschaft besteht aus weisen und geachteten Ältesten, die von der Dorfgemeinschaft gewählt und akzeptiert werden und eine eigene Verwaltungsebene bilden. Als unterste politische Ebene kümmert sich der Panchayati Raj um sämtliche Dorfangelegenheiten. Seit 1992 ist diese kommunale Macht auch verfassungsrechtlich geschützt.

Möglichkeiten der Panchayat

Die Panchayati Raj erhalten finanzielle Mittel, beispielsweise von der Zentralregierung, und setzen sich für die soziale Gerechtigkeit in ihren Dörfern ein. Alle fünf Jahre wird diese moderne Form der Regierung neu gewählt; es müssen mindestens ein Drittel der Ältesten Frauen sein. Dies sichert den Frauen in den Dörfern ein gewisses Maß an Rechten der Mitgestaltung zu. In der Ursprungsform waren weder Frauen noch Unberührbare gestattet.

Dieses Beispiel zeigt: Indien versucht, Frauen besser in der Gesellschaft zu verankern. Die Panchayats sind ein wichtiger Schritt in der Gleichberechtigung Indiens, auch wenn es zur vollständigen Gleichstellung noch ein weiter Weg ist.