In der Dominikanischen Republik ist die Armutsrate heute, wie vor 30 Jahren schon, sehr hoch. Es herrscht eine Arbeitslosigkeit von etwa 30 Prozent. Hinzu kommt eine weit verbreitete Unterbeschäftigung. Viele Familien können ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Die Konsequenz all dessen ist eine Analphabetenrate von ca. 16 Prozent in der Bevölkerung. Resultierend aus allgemein schlechten Lebensbedingungen gibt es viele Probleme wie Alkoholismus, Drogenkonsum, Prostitution und Missbrauch. Etliche Kinder werden sich selbst überlassen, sind Waisen oder leben auf der Straße.

Das Kinderdorf „Las Palmas“

Da der dominikanische Staat wenig in Waisenprogramme investiert, bestand in diesem Land enormer Handlungsbedarf. Um diesen Kindern zu helfen wurde 1982 das „Las Palmas“ gegründet. Heute leben dort bis zu 62 Kinder in sechs Wohnhäusern. Viele verloren ihre Eltern aufgrund der Auswirkungen von Armut, Kriminalität, Drogen und Gewalt. In „Las Palmas“ leben sie in Pflegefamilien, die ihnen Geborgenheit schenken und sie dabei unterstützen, ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu gehen.

Musikalische und schulische Bildung der Kinder

Musikalisch geprägt sind die Dominikaner von afrikanischen und spanischen Einflüssen. Musikstile wie Bachata, Merengue oder Reggaetón sind in Verbindung mit den dazugehörigen Tänzen sehr beliebt. Auch im Kinderdort spielt die Musik und das gemeinschaftliche Musizieren eine ganz besondere Rolle. Bereits 65 Kinder haben hier eine hervorragende musikalische Ausbildung erhalten.

In der Dominikanischen Republik gilt die Schulpflicht. Gerade auf dem Land wird diese aber nicht angewendet, da sowohl Schulen in der Umgebung als auch Lehrer fehlen. Wohlhabende Menschen schicken ihre Kinder auf Privatschulen; staatliche Schulen sind hingegen kostenlos, es wird nur eine Geburtsurkunde gebraucht. Es muss allerdings eine für dortige Verhältnisse teure einheitliche Schulkleidung gekauft werden. Besonders Eltern mit mehreren Kindern können sich die erforderliche Kleidung oft nicht leisten; sie bleiben daher dem Schulbesuch fern.

Im Kinderdorf „Las Palmas“ hingegen erhalten die Kinder aufgrund einer Grund- und einer weiterführenden Schule die nötige Ausbildung und somit die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben.