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COVID 19-Lockdown in „Light of Hope“ –
keine Vorräte für die Kinder mehr

Kinderdorf Philippinen in Not, Corona-Krise im Kinderdorf

Kinderdorfleitung Lorcel Faigao mit einigen ihrer Schützlinge.

Seit Mitte März befindet sich auch das Kinderdorf „Shining Jewels“ auf den Philippinen im Lockdown. Die Lage ist sehr ernst, denn es gab keine Möglichkeit, Vorräte für den Lock-down anzulegen. Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen in der Region sind sehr streng, nur ausgewählte Personen dürfen mit Passierschein einkaufen gehen. Wir hatten die Gelegenheit mit einer ehemaligen Lehrerin aus „Shining Jewels“ zu sprechen, die in der Nähe des Dorfes lebt. Janina von Wallenstern berichtet von ihrem Gespräch und erklärt, wie ernst die Lage in „Shining Jewels“ derzeit ist.

Eiskalt erwischt

von Janina von Wallenstern

„Ich arbeitete 2014 für sieben Monate als Lehrerein in „Shining Jewels“. Ich erinnere mich gut an den staubigen und heißen Monat April. Auch an den liebevollen Umgang der Menschen miteinander, die Hilfsbereitschaft – nein Aufopferung der Hauseltern für „ihre“ Kinder hat mich tief geprägt und begleitet mich bis heute im Umgang mit meinem Sohn. Seit 2014 hat sich viel geändert. Eine Krise nach der anderen traf das Kinderdorf „Shining Jewels“: Erst brach einer der größten Unterstützer des Kinderdorfes weg und hinterließ ein großes finanzielles Loch, das bis heute nicht gestopft ist. Das Personal der Schule und des Kinderdorfes arbeitet seit einigen Monaten ohne Lohn.

Die Corona-Pandemie trifft gerade jetzt, in diesen schwerwiegenden, finanziellen Situationen, alle sehr hart. Als der Lockdown Mitte März beschlossen wurde, sicherte die Chefin des Kinderdorfes jedem Mitarbeiter 1000Pesos (das sind umgerechnet ca 18€) zu, um sich mit Essen einzudecken. Nur ist das nicht viel. Meine Freundin Lyn hat sich mit einem anderen Mitarbeiter zusammengeschlossen und für 1700 Pesos einen großen Sack Reis gekauft, um wenigstens etwas zu haben. Für 300 Pesos (ca 5,42€), die übrig sind, bekommen man höchstens noch ein paar wenige Dinge, um dem Reis etwas „Geschmack“ zu verleihen. Ich weiß, dass Lyn sehr kreativ ist und ein tiefes Vertrauen zu Gott hat. Sie betet täglich um Beistand und Hilfe. Mit dem wenigen Geld, was sie noch haben, kauften sie für das Kinderdorf Obst und Gemüsepflanzen. Sie ersetzten die Blumenbeete durch Mungo- und Sojabohnen, Tomaten, Kalamansi, Ananas, Süßkartoffel, und Erdnüsse – in der Hoffnung, dass diese schnell wachsen und sie wenigstens etwas in der Zukunft zum Essen haben.

Die Verzweiflung ist groß

Kinderdorf Philippinen, Nothilfe, Hunger, suchen nach Essbares

Auf der Suche nach essbaren Dingen.

Hunger im Kinderdorf, jetzt spenden

Lyn erzählte mir auch, dass sie nun oft in den Dschungel gehen, um nach essbaren Dingen zu suchen: Wie Bananenblüten, oder Farne entlang des Baches, damit sie die Kinder satt bekommen könnten. Die Verzweiflung ist groß und mir schmerzt es das Herz, dass ich nicht helfen kann!

Mein Kühlschrank ist voll von leckem Essen, wir haben hier keine Einschränkungen einzukaufen, kämpfen nicht ums Überleben… Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen meinen Freunden Gegenüber, die so ums Überleben kämpfen müssen. Durch diese strengen Regelungen des Staates und der finanziellen Situation haben meine Freunde im Kinderdorf Angst zu verhungern. Rücklagen für einen Einkauf, der sie durch den Lockdown hindurch bringt, haben sie nicht. Das Gemüse im Garten ist noch lange nicht reif genug zum Ernten und das Essen aus dem Dschungel ist eigentlich viel zu wenig.

Einige der Studierenden befinden sich in der Ausbildung zur Lehrerin oder zum Lehrer, einige studieren Medizin. All diese Fähigkeiten sind für das Kinderdorf gerade in der Situation des Lockdowns von großem Nutzen. Denn die Schule in „Light of Hope“ musste aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen werden. Zum Glück ist das Gelände von „Light of Hope“ sehr weitläufig und es gibt genug rund um die Häuser und in den Gärten zu tun. Jedoch ist damit zu rechnen, dass die Schule über mehrere Monate geschlossen bleiben muss. Da hilft es, dass die Studierenden aus Phnom Penh nach Hause zurückgekehrt sind. Denn sie werden die Kinder, die jetzt nicht mehr zu Schule gehen können, vertretungsweise unterrichten.

Auch für die Erwachsenen wollen die Studenten ihr Wissen weitergeben. Vichhai zum Beispiel studiert im siebten Semester Medizin. Er ist gerade dabei Workshops vorzubereiten, in denen er vermittelt, worauf man bei einer gesunden Ernährung achten muss. Denn es fehlt vielerorts am Verständnis dafür, was eine gesunde Ernährung alles beinhaltet. Außerdem weiß er viel über Hygiene und die Wichtigkeit, gerade in Zeiten einer Pandemie auf Sauberkeit zu die richtige Handhygiene zu achten. Dieses Wissen wird er nur an die Kinder und die Eltern weitergeben.

Notruf für das Kinderdorf auf den Philippinen

Covid 19 Verdachtsfall im Kinderdorf

Als die Schulen durch den Lockdown zu schließen begannen kamen die vier Studenten wieder zurück. Damit begann ein weiteres Drama: Einer dieser Studenten hatte hohes Fieber und wurde verdächtigt, mit Corona infiziert zu sein. Das gesamte Kinderdorf wurde daraufhin zwei Wochen unter Quarantäne gestellt, und für diesen Zeitraum sogar von der Polizei bewacht. Keiner durfte den Campus verlassen, alle Nachbarn waren sehr verängstigt ob der vermutlichen Infektion. Essen zu kaufen war in diesen zwei Wochen unmöglich. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Student nur eine Grippe hatte und die Quarantäne des Kinderdorfes ist aufgehoben. Aber alle Vorräte sind aufgebraucht, der Lockdown hält weiter an und die Verzweiflung wächst.“

Soweit der Bericht direkt aus dem Kinderdorf. Bitte helfen Sie, in dieser schwierigen Phase die Kinder in “Shining Jewels” mit den allernötigsten Grundnahrungsmitteln zu versorgen.
CORONA-KRISE

AKTUELLES AUS DEN KINDERDÖRFERN

"Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt."
Einstein
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