Im Süden der Halbinsel Yucatán liegt das bevölkerungsreichste Land Zentralamerikas. Guatemala zählt zu den größten Volkswirtschaften Mittelamerikas, jedoch ist es auch eine der ärmsten: mehr als die Hälfte der Bevölkerung gilt als arm, 50 Prozent der Kinder sind chronisch unterernährt.

Guatemala stellt zwar ein Mehrparteiensystem, das Land gilt dennoch als politisch instabil. Ab 1960 herrschte ein Bürgerkrieg, der bis 1996 über 200.000 Menschen das Leben kostete. Die diktatorische Regierung bekämpfte die indigene Bevölkerung, so dass ganze Landstriche flächendeckend bombardiert wurden. Die ideologischen Auseinandersetzungen finden bis heute in Form von Bandenkriminalität, vor allem durch die Jugendbande Maras, und der Drogenmafia statt.

Bürgerkrieg und Naturkatastrophen in Guatemala

Nicht nur Armut und Bürgerkrieg, sondern auch Naturkatastrophen haben Guatemala in der Vergangenheit des Öfteren heimgesucht. So kam es 1976 zu einem schlimmen Erdbeben, durch das etwa 23.000 Menschen getötet und über eine Million Menschen zu Obdachlosen wurden. Am Schlimmsten traf es, wie so oft bei solchen Katastrophen, die Kinder. Viele Waisen waren sich selbst überlassen, hatten keine Eltern, kein Zuhause und keine Perspektive mehr.

Das war die Situation, in der das Kinderdorf „Los Pinos“ gegründet wurde. Heute beherbergt das Kinderdorf in acht Häusern 83 Kinder. Sie haben einen sicheren Hafen, von dem aus sie in die Welt hinaus gehen können.